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Dieter Kürten: Leben, Karriere und Vermächtnis

Wer heute nach Dieter Kürten sucht, stößt schnell auf einen Namen, der eng mit der deutschen Sportberichterstattung verbunden ist. Doch was machte den Duisburger Sportjournalisten eigentlich so besonders? Und warum gilt er bis heute als eine der prägenden Persönlichkeiten des ZDF-Sports?

Dieter Kürten war weit mehr als ein Fernsehmoderator. Über Jahrzehnte berichtete er über große Sportereignisse, führte Interviews mit bekannten Athleten und prägte das „Aktuelle Sportstudio“ mit einer Mischung aus Sachlichkeit, Humor und persönlicher Gelassenheit. Insgesamt moderierte er die Sendung 375-mal zwischen 1967 und 2000.

Seine Karriere ist dabei besonders interessant, weil sie keineswegs geradlinig begann. Kürten wollte ursprünglich Musiker werden, absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Speditionskaufmann und fand erst danach seinen Weg in den Journalismus. Gerade diese ungewöhnliche Entwicklung erklärt einiges über seine spätere Art: Er wirkte nicht wie ein austauschbarer Nachrichtensprecher, sondern wie ein Gastgeber mit eigener Persönlichkeit.

Wer ist Dieter Kürten?

Dieter Kürten wurde am 23. April 1935 in Duisburg geboren. Er ist ein deutscher Sportjournalist und Fernsehmoderator, der vor allem durch seine langjährige Tätigkeit beim ZDF bekannt wurde.

Sein Vater war ebenfalls Journalist und arbeitete als Redakteur bei der „Rheinischen Post“. Trotzdem riet er seinem Sohn zunächst nicht zu einer journalistischen Laufbahn. Kürten machte nach dem Abitur deshalb eine Ausbildung zum Internationalen Speditionskaufmann. Später wechselte er doch zum Journalismus und sammelte seine ersten Erfahrungen unter anderem beim „Düsseldorfer Mittag“.

Diese Biografie ist bemerkenswert, weil sie zeigt, dass Kürtens Karriere nicht auf einem klassischen Sportjournalismus-Studium aufbaute. Er lernte sein Handwerk vor allem in der praktischen Arbeit.

Vom Musiker zum Journalisten

Eine weniger bekannte Seite seiner frühen Jahre ist seine Begeisterung für Musik. Bereits 1951 gründete Kürten mit Freunden das Tanzquintett „Excelsior-Combo“. Sein Wunsch war zunächst ein Musikstudium. Nach dem frühen Tod seiner Eltern waren die finanziellen Voraussetzungen dafür jedoch nicht gegeben.

Die musikalische Prägung verschwand allerdings nicht. Sie dürfte auch zu seiner später häufig gelobten Fähigkeit beigetragen haben, Sprache, Tempo und Atmosphäre bewusst einzusetzen.

Das ist einer der interessanteren Punkte seiner Laufbahn: Kürtens Stärke bestand nicht nur darin, Sportwissen wiederzugeben. Er verstand auch, wie Unterhaltung funktioniert.

Dieter Kürten beim ZDF

1963 kam Dieter Kürten zum damals noch jungen Zweiten Deutschen Fernsehen. Dort arbeitete er zunächst als Sportredakteur und war unter anderem im Umfeld von Wim Thoelke tätig. Im Laufe der Jahre übernahm er immer wichtigere Aufgaben als Reporter, Moderator und später Sportchef.

Für seine Karriere wurde besonders das „Aktuelle Sportstudio“ entscheidend.

Ab 1967 moderierte Kürten die Sendung regelmäßig. Zwischen dem 21. Oktober 1967 und dem 30. September 2000 kam er auf insgesamt 375 Moderationen. Damit wurde er zu dem Gesicht der Sendung und erhielt den Spitznamen „Mr. Sportstudio“.

Warum war Kürten als Moderator so erfolgreich?

Sein Stil unterschied sich deutlich von einer rein nüchternen Sportmoderation.

Kürten kombinierte:

  • fundiertes Sportwissen,
  • journalistische Vorbereitung,
  • spontane Reaktionen,
  • Humor,
  • Ruhe in schwierigen Situationen,
  • und eine persönliche Gesprächsführung.

Gerade bei Interviews war diese Kombination wichtig. Ein Sportler sollte nicht lediglich seine vorbereiteten Antworten aufsagen. Kürten konnte nachfragen, ohne dass ein Gespräch unnötig aggressiv wirkte.

Das erklärt auch, weshalb er über viele Jahre hinweg als besonders beliebter Fernsehjournalist wahrgenommen wurde.

375-mal „Aktuelles Sportstudio“

Die Zahl 375 ist mehr als eine statistische Randnotiz. Sie zeigt, wie stark Kürten mit der Sendung verbunden war.

Das „Aktuelle Sportstudio“ entwickelte sich über Jahrzehnte zu einem festen Bestandteil des deutschen Sportfernsehens. Kürten war dabei über verschiedene Generationen hinweg präsent. Seine Moderationen fielen in eine Zeit, in der Fußball, Olympische Spiele und andere Sportereignisse noch wesentlich stärker über klassische Fernsehformate vermittelt wurden.

Heute können Zuschauer einzelne Szenen jederzeit online abrufen. Damals war eine große Samstagabend-Sportsendung dagegen ein gemeinsames Fernseherlebnis.

Genau darin liegt ein wichtiger Grund für Kürtens nachhaltige Bekanntheit: Er moderierte nicht nur Sport. Er wurde Teil der Fernseherinnerungen mehrerer Generationen.

Das ZDF selbst bezeichnete ihn später als „Mr. Sportstudio“ und erinnerte an seine insgesamt 375 Sendungen.

Dieter Kürten als Sportreporter

Neben seiner Moderation war Kürten auch als Live-Reporter aktiv. Er berichtete von Fußballspielen sowie von Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. Zu seinen bekannten Einsätzen gehörten unter anderem das Finale der Fußball-Europameisterschaft 1980 und das WM-Halbfinale Deutschland gegen England 1990.

Gerade Live-Reportagen stellten andere Anforderungen als eine Studiomoderation.

Ein Reporter muss innerhalb weniger Sekunden entscheiden:

  1. Was ist gerade passiert?
  2. Was muss das Publikum wissen?
  3. Welche Information ist wirklich relevant?
  4. Wie lässt sich die Situation emotional vermitteln?
  5. Wann sollte man besser schweigen?

Kürten gehörte zu einer Generation von Reportern, für die diese Fähigkeiten noch ohne moderne digitale Hilfsmittel trainiert wurden.

Ein ungewöhnlicher Einblick in seine Arbeitsweise

Ein besonders aufschlussreicher Hinweis auf Kürtens journalistische Haltung stammt aus Erinnerungen von Marcel Reif. Kürten soll seinen Mitarbeitern immer wieder vermittelt haben, dass sie das kommende Fußballspiel nicht kontrollieren könnten. Was sie jedoch beeinflussen könnten, sei ihre eigene Vorbereitung und ihr Zustand vor der Sendung.

Darin steckt eine überraschend moderne Erkenntnis: Gute Live-Berichterstattung hängt nicht nur von Fakten ab. Konzentration, Ruhe und körperliches Wohlbefinden spielen ebenfalls eine Rolle.

Dieter Kürten als ZDF-Sportchef

Kürtens Einfluss beschränkte sich nicht auf die Moderation.

Von 1984 bis 1989 leitete er die ZDF-Hauptredaktion Sport. Anschließend arbeitete er als Sport-Chefreporter.

Damit wechselte er zeitweise von der sichtbaren Seite des Fernsehens in eine Führungsposition.

Das ist für die Einordnung seiner Karriere entscheidend. Wer Dieter Kürten ausschließlich als „Mr. Sportstudio“ betrachtet, unterschätzt seine Bedeutung für den Sportjournalismus beim ZDF.

Er war nicht nur das Gesicht vor der Kamera, sondern verfügte auch über redaktionelle Verantwortung und Erfahrung in der Organisation großer Sportberichterstattung.

Welche Auszeichnungen erhielt Dieter Kürten?

Im Laufe seiner Karriere wurde Kürten mehrfach ausgezeichnet. Zu den genannten Ehrungen gehören unter anderem der Goldene Gong und die Goldene Kamera.

Auch innerhalb des deutschen Sports genoss er hohes Ansehen. 1987 wurde er von Bundesliga-Spielern zum beliebtesten Fernsehreporter gewählt. Zudem wurde er 1990 von Lesern der Zeitschrift „Quick“ als bester WM-Moderator ausgezeichnet.

Solche Auszeichnungen sind besonders interessant, weil sie unterschiedliche Perspektiven widerspiegeln: Die eine Seite kommt aus der Medienbranche, die andere aus dem Sportumfeld beziehungsweise vom Publikum.

Dieter Kürten privat: Familie und Interessen

Über sein Privatleben hielt sich Kürten im Vergleich zu vielen heutigen Prominenten eher zurück. Verfügbare biografische Angaben nennen eine Ehe und drei Kinder.

Das passt zu einer Generation von Fernsehpersönlichkeiten, bei denen die berufliche Präsenz deutlich größer war als die öffentliche Darstellung des Privatlebens.

Auch seine musikalische Leidenschaft blieb bestehen. Kürten interessierte sich für Jazz und klassische Musik und spielte Klavier.

Gerade diese Seite macht seine Biografie menschlich interessant: Hinter dem bekannten Sportmoderator stand jemand, dessen Interessen ursprünglich gar nicht ausschließlich beim Sport lagen.

Wie alt ist Dieter Kürten?

Dieter Kürten wurde am 23. April 1935 geboren. Im Jahr 2025 feierte er seinen 90. Geburtstag. Das ZDF würdigte ihn zu diesem Anlass ausführlich als prägende Figur des „Aktuellen Sportstudios“.

Im August 2026 ist er damit 91 Jahre alt.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen bestätigten Informationen und Internetgerüchten: Für biografische Angaben zu seinem aktuellen Leben sollte man sich auf seriöse Quellen konzentrieren. Gerade bei sehr alten Prominenten entstehen online gelegentlich falsche Todesmeldungen oder unbestätigte Behauptungen.

Hat Dieter Kürten heute noch eine Verbindung zum ZDF?

Auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand blieb Kürten dem ZDF als freier Mitarbeiter verbunden.

Das zeigt, wie nachhaltig seine Beziehung zum Sender war.

Noch interessanter ist jedoch, dass er auch Jahrzehnte nach seiner aktiven Zeit als Moderator für Rückblicke auf die Geschichte des „Sportstudios“ herangezogen wurde. Zum 60-jährigen Bestehen der Sendung sprach das ZDF mit ihm über frühere Erlebnisse und seine Erfahrungen aus der langen Moderationszeit.

Ein besonders schönes Beispiel betrifft eine Sendung, in der technische beziehungsweise redaktionelle Probleme dazu führten, dass Beiträge nicht abgespielt werden konnten. Die Episode zeigt, weshalb Kürtens Ruhe und Improvisationsfähigkeit so wichtig waren: Live-Fernsehen funktioniert nicht immer nach Plan.

Was machte seinen Moderationsstil besonders?

Kürtens Erfolg lässt sich auf einige konkrete Eigenschaften zurückführen.

1. Er gab Gesprächen Raum

Gute Moderation bedeutet nicht, ständig selbst zu reden. Kürten verstand es, Gesprächspartner einzubeziehen und gleichzeitig die Richtung eines Interviews zu kontrollieren.

2. Er blieb auch bei schwierigen Themen ruhig

Biografische Rückblicke beschreiben seine besonnene Art und seine Fähigkeit, auch bei heiklen Fragen nachzufassen.

3. Er verband Kompetenz mit Unterhaltung

Das ist schwieriger, als es klingt. Ein Moderator kann fachlich hervorragend sein und trotzdem langweilig wirken. Umgekehrt kann jemand sehr unterhaltsam sein, ohne genügend journalistische Tiefe zu besitzen.

Kürten bewegte sich zwischen beiden Polen.

4. Er entwickelte eine erkennbare Persönlichkeit

Das ist vielleicht sein wichtigstes Vermächtnis. Zuschauer erinnerten sich nicht nur an die Sendung, sondern an ihn.

In der heutigen Medienlandschaft ist genau das schwieriger geworden. Es gibt mehr Moderatoren, mehr Plattformen und mehr Sportinhalte. Eine Persönlichkeit über Jahrzehnte aufzubauen, ist dadurch nicht automatisch leichter.

Drei weniger bekannte Erkenntnisse über Dieter Kürten

Der Weg zum Sportjournalismus war keineswegs vorgezeichnet

Kürten begann mit einer Ausbildung zum Speditionskaufmann und hatte zunächst andere berufliche Vorstellungen. Seine Karriere zeigt deshalb, dass journalistische Laufbahnen nicht immer mit einem klassischen Ausbildungsweg beginnen müssen.

Musik war ein wichtiger Teil seiner Identität

Dass Kürten ursprünglich Musiker werden wollte, wird bei der Betrachtung seiner Sportkarriere leicht übersehen. Seine spätere Leidenschaft für Jazz, klassische Musik und Klavierspiel macht jedoch deutlich, dass seine Interessen wesentlich breiter waren als Fußball und Fernsehen.

Seine wichtigste Leistung war nicht nur die Zahl 375

Die 375 Moderationen sind beeindruckend, aber sie erzählen nicht die ganze Geschichte. Entscheidender ist, dass Kürten über Jahrzehnte hinweg in einem Medium funktionierte, das sich massiv veränderte.

Er war Reporter, Moderator, Führungskraft und später Gesprächspartner für die Rückblicke auf die eigene Fernsehära. Diese Vielseitigkeit erklärt besser als eine einzelne Rekordzahl, weshalb er als „Mr. Sportstudio“ in Erinnerung geblieben ist.

Dieter Kürten und sein Buch „Drei unten, drei oben“

2003 veröffentlichte Kürten seine Erinnerungen unter dem Titel „Drei unten, drei oben – Erinnerungen eines Sportjournalisten“. Das Buch erschien bei Rowohlt und umfasst 352 Seiten beziehungsweise wird in bibliografischen Angaben mit 352 Seiten geführt.

Für Menschen, die verstehen möchten, wie Sportjournalismus in der klassischen Fernsehzeit funktionierte, ist eine solche autobiografische Perspektive besonders wertvoll.

Denn Statistiken sagen zwar, wie oft jemand moderiert hat. Erinnerungen können dagegen zeigen, wie sich eine Sendung, ein Beruf und die Medienwelt tatsächlich angefühlt haben.

Warum Dieter Kürten bis heute relevant ist

Dieter Kürtens Bedeutung liegt weniger darin, dass seine Moderationszahlen heute noch übertroffen oder erreicht werden könnten. Sein Vermächtnis liegt in einem bestimmten Verständnis von Sportjournalismus.

Er zeigte, dass ein Moderator gleichzeitig fachkundig, souverän und menschlich wirken kann.

Seine Karriere verlief außerdem über mehrere Jahrzehnte hinweg: vom Aufbau des ZDF über die großen Sportereignisse des 20. Jahrhunderts bis in eine Zeit, in der sich Fernsehen und Medienlandschaft grundlegend veränderten.

Wer heute Sport moderiert, arbeitet unter anderen Bedingungen. Social Media, Live-Streaming und digitale Statistiken haben das Berufsfeld verändert. Trotzdem bleiben einige Grundprinzipien bestehen:

  • Vorbereitung ist wichtiger als Selbstdarstellung.
  • Gute Fragen sind wertvoller als möglichst viele Fragen.
  • Ruhe hilft besonders dann, wenn etwas schiefläuft.
  • Fachwissen muss verständlich vermittelt werden.
  • Eine glaubwürdige Persönlichkeit lässt sich nicht vollständig inszenieren.

Genau diese Eigenschaften verbinden die klassische Sportmoderation mit gutem Journalismus der Gegenwart.

FAQ

Wie oft moderierte Dieter Kürten das Aktuelle Sportstudio?

Dieter Kürten moderierte das „Aktuelle Sportstudio“ insgesamt 375-mal. Seine Moderationszeit erstreckte sich von 1967 bis 2000. Dadurch wurde er zu einem der prägendsten Gesichter der ZDF-Sendung.

Wie alt ist Dieter Kürten heute?

Dieter Kürten wurde am 23. April 1935 geboren. Er feierte am 23. April 2025 seinen 90. Geburtstag und ist im August 2026 91 Jahre alt.

Wo wurde Dieter Kürten geboren?

Dieter Kürten wurde am 23. April 1935 in Duisburg geboren. Dort verbrachte er seine frühen Jahre und besuchte auch das Gymnasium.

Was machte Dieter Kürten vor seiner Fernsehkarriere?

Vor seiner journalistischen Laufbahn absolvierte Kürten eine Ausbildung zum Internationalen Speditionskaufmann. Anschließend arbeitete er im Journalismus, unter anderem beim „Düsseldorfer Mittag“, bevor er 1963 zum ZDF kam.

War Dieter Kürten auch Sportchef beim ZDF?

Ja. Von 1984 bis 1989 leitete er die ZDF-Hauptredaktion Sport. Danach war er als Sport-Chefreporter tätig.

Hat Dieter Kürten Kinder?

Ja. Biografische Angaben nennen eine Ehe und drei Kinder. Über seine Familie hielt er sich allerdings weitgehend aus der öffentlichen Berichterstattung heraus.

Fazit

Dieter Kürten steht für eine Ära des deutschen Sportjournalismus, in der Persönlichkeit, Vorbereitung und journalistische Gelassenheit besonders wichtig waren. Seine 375 Moderationen des „Aktuellen Sportstudios“, seine Arbeit als Live-Reporter und seine Zeit als ZDF-Sportchef machen ihn zu weit mehr als einem ehemaligen Fernsehmoderator.

Besonders interessant bleibt seine ungewöhnliche Biografie: Musikertraum, Ausbildung zum Speditionskaufmann, Journalismus, ZDF-Karriere und schließlich eine jahrzehntelange Verbindung zum Sportfernsehen. Gerade diese Umwege machen seinen Lebenslauf so lehrreich.

Wer verstehen möchte, warum manche Fernsehpersönlichkeiten Jahrzehnte überdauern, findet bei Kürten ein gutes Beispiel: Es reicht nicht, Informationen zu besitzen. Man muss sie im richtigen Moment verständlich, glaubwürdig und mit einer eigenen Stimme vermitteln können.